Ratgeber
Was eine unbesetzte Stelle wirklich kostet
Eine offene Stelle taucht in keiner Buchhaltung auf. Teuer ist sie trotzdem. Hier steht, wie Sie die Zahl für Ihren Betrieb selbst ausrechnen, statt Pauschalwerte zu übernehmen.
Stand: 28. Oktober 2026
Warum Pauschalzahlen nichts taugen
Im Netz kursieren Beträge für die Kosten einer Vakanz. Die stammen aus Studien über Branchen, die mit Ihrer wenig zu tun haben. Für eine Monteurstelle in einem Betrieb mit acht Leuten gilt etwas völlig anderes als für eine Sachbearbeitung in einem Konzern.
Rechnen Sie lieber mit Ihren eigenen Zahlen. Sie brauchen dafür vier Angaben, die Sie alle haben.
Die vier Posten
- Entgangener Deckungsbeitrag. Was erwirtschaftet eine Kraft auf dieser Position im Monat, abzüglich ihrer Kosten? In Betrieben mit Stundenverrechnung ist das schnell gerechnet.
- Überstunden im Team. Die Arbeit verschwindet nicht. Wer macht sie, und was kosten diese Stunden mit Zuschlägen?
- Abgelehnte Aufträge. Was haben Sie in den letzten Monaten abgesagt oder verschoben, weil die Leute fehlten?
- Fluktuationsrisiko. Wenn die Mehrarbeit zu lange dauert, geht irgendwann die nächste Kraft. Dann beginnt die Rechnung von vorn, mit einer Einarbeitung obendrauf.
Ein nüchterner Blick auf die Dauer
Multiplizieren Sie die Monatssumme mit der Zeit, die Ihre Stellen üblicherweise offen stehen. Genau diese Zahl ist der Maßstab, an dem sich jede Maßnahme messen lassen muss: eine Jobbörse, eine Prämie für Empfehlungen, eine Anzeige, eine Agentur.
Für die meisten Betriebe fällt die Entscheidung danach anders aus als vorher, weil die offene Stelle plötzlich eine Zahl hat und das Abwarten nicht mehr kostenlos aussieht.
Was die Rechnung nicht zeigt
Zwei Dinge lassen sich schlecht beziffern und sind trotzdem real: Die Stimmung im Team, wenn Monate lang eingesprungen wird. Und der Ruf als Arbeitgeber, wenn Bewerber sich melden und keine Antwort bekommen. Beides wirkt länger als die offene Stelle selbst.